Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere mich. Lass mich tun und ich verstehe!“ (Konfuzius)

Ich bin aufgeregt, als ich in den Schiesskeller der Sportschützen Klagenfurt komme. Es ist mein allererstes Schiesstraining und ich weiß noch nicht so recht, ob Freude oder Nervosität Überhand nimmt. Noch bevor ich in den Trainingsbereich komme, werde ich mit einer Schutzbrille und Gehörschutz ausgerüstet.
Zuerst werden mir Grundbegriffe gelehrt, wie man ladet, wie man richtig repetiert, wie man überprüft, in welchem Ladezustand sich die Waffe befindet usw. Erst wenn diese Grundkenntnisse sitzen, gehen wir weiter und machen erste Schussversuche mit Übungs-munition. Alleine wie man eine Waffe richtig hält, ist für mich Mitdenken pur. Immer wieder muss ich gewisse Abläufe für mich laut mitsprechen, um sie mir einzuprägen. Mit einer Kapsel, die auf den Lauf gestellt wird, wird dann so lange ruhiges Abdrücken gelernt, bis die Kapsel nach Abschuss nicht mehr runterfällt. Das sieht zu Hause in den Actionfilmen so easy aus, als ich allerdings die Waffe in der Hand halte, zitter ich, und als dann auch noch echte Munition reinkommt, schaut alles noch ein wenig extremer aus. Ich kann die Waffe nicht ruhig halten, bei jedem Knall erschrecke ich und reiße die Pistole automatisch leicht nach unten.  Langes Zielen bedeutet Kraft in den Armen, Konzentration, es ist wirklich Sport.

Neben mir trainiert ein geübter Schütze und anfangs erschrecke ich bei jedem Knall. Doch es ist Übungssache. Mit der Zeit bin ich so konzentriert, dass ich alles um mich herum ausblende. Auf 5 m zu schiessen funktioniert ganz gut, 7 m sind auch ok, bei 10 m ziele ich schon wieder so lange, dass ein ruhiges Abdrücken nicht mehr gegeben ist. Nach einer gewissen Zeit lässt dann auch die Konzentration nach. Dennoch merke ich, umso öfter ich eine Patrone rauslasse, umso weniger irritiert mich der Knall, umso automatischer kommt der Griff und umso sicherer werde ich.

Als ich nach ca. 1,5 Stunden mit meinem Unterricht zu Ende bin, bin ich aber einfach nur fertig. Meine Knie zittern schlimmer als vor dem Training. Ich hab diese Anspannung während der Schussübungen gar nicht so wahrgenommen, aber jetzt, als die Ruhe eintritt, da merke ich plötzlich, wie sehr ich unter Druck stand. Ich hatte während dem Schiessen nicht mal die niedrigen Temperaturen im Raum wahrgenommen und nun, ein paar Minuten später spüre ich, wie mir kalt wird.

Nach dem heutigen Training kann ich nur sagen, ich finde es ganz, ganz schlimm, wie leicht man in Österreich zu einer Waffenbesitzkarte kommt. Würde man mich fragen, ich würde ein Schiesstraining verpflichtend vorschreiben und auch auch laufende Trainings, denn ich war hier in einer total harmlosen Situation und meine Nerven lagen blank. Wenn ich mir das Ganze in einer Gefahrensituation vorstelle….. Wenn jemand eine Waffe besitzt bzw. auch nur eine Waffenbesitzkarte beantragt,  ich finde, dass ein Schusstraining dann wirklich Pflicht sein müsste, um die Waffe überhaupt richtig bedienen zu können.

Mir persönlich hat das Training sehr gut gefallen. Es hat mir die Augen geöffnet, mir wiedermal klargemacht, dass manches oft einfach nur leicht aussieht, dass man viel erzählt bekommen kann, aber dass es wichtig ist, etwas selbst zu tun, um es zu verstehen.

Bei den Sportschützen in Klagenfurt ist man wirklich in sicheren Händen. Sie nehmen sich Zeit, erklären, helfen. Es ist ein sehr, sehr netter, familiärer Verein, der einem auch als Anfänger die Hemmungen nimmt, Fragen zu stellen oder sich mal blöd anzustellen.

In diesem Sinne, danke Pirmin für die tolle Organisation und Franz für deine unendliche Geduld. Freue mich schon auf ein Wiedersehen.

Ausprobiert bei: Sportschützen Klagenfurt, https://www.sportschuetzen-klagenfurt.at/

Kosten: Euro 15,00 für eine Tageskarte oder eine Mitgliedschaft mit Euro 80,00 Anmeldegebühr und Euro 35,00 monatlich